<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" ><generator uri="https://jekyllrb.com/" version="3.10.0">Jekyll</generator><link href="/feed.xml" rel="self" type="application/atom+xml" /><link href="/" rel="alternate" type="text/html" /><updated>2026-03-18T19:51:29+00:00</updated><id>/feed.xml</id><title type="html">Volker Strauß</title><subtitle>Write an awesome description for your new site here. You can edit this line in _config.yml. It will appear in your document head meta (for Google search results) and in your feed.xml site description.</subtitle><entry><title type="html">Patagonien – der vielleicht schönste Ort der Welt</title><link href="/travel/2026/03/14/patagonien.html" rel="alternate" type="text/html" title="Patagonien – der vielleicht schönste Ort der Welt" /><published>2026-03-14T00:00:00+00:00</published><updated>2026-03-14T00:00:00+00:00</updated><id>/travel/2026/03/14/patagonien</id><content type="html" xml:base="/travel/2026/03/14/patagonien.html"><![CDATA[<p>Nach einer schlaflosen Nacht am Flughafen Santiago de Chile und ewiger Verspätung wegen defekter Klimaanlage landen wir endlich in Punta Arenas.</p>

<h2 id="punta-arenas-nach-puerto-natales">Punta Arenas nach Puerto Natales</h2>

<p><img src="/assets/images/car.jpeg" alt="Blechgeil – 82PS" class="img-right" />
<em class="caption-right">Blechgeil – 82PS und Klimaanlage</em></p>

<p>Am Flughafen wartet dann schon unser Mietwagen auf uns und wir machen uns auf Richtung Puerto Natales. Die Route 9 ist die Hauptverkehrsstraße in der Region <em>Magallanes y la Antártica Chilena</em>. Trotzdem ist sie stellenweise nicht mehr als eine Schotterpiste. Genau das Richtige für unser Auto. Die Straße ist vielleicht in mittelmäßiger Verfassung, dafür ist der Ausblick desto erstklassiger. Nicht umsonst heißt die Straße später auch <em>Ruta del Fin del Mundo</em> – Straße am Ende der Welt.</p>

<p><img src="/assets/images/patagonien1.jpeg" alt="Geile Aussicht" class="img-hero" />
<em class="caption-hero">Blick auf die Berge von der Route 9 aus</em></p>

<p>Die Landschaft ist zwar karg, aber nicht eintönig. Mal ist alles um uns herum grün und mit knorrigen, von Flechten bewachsenen Wäldern bedeckt, mal sieht es fast aus wie eine Steppenlandschaft. Fast wie bezahlt tauchen am Wegrand auch die patagoniatypischen Tiere auf: Nandus, Flamingos und Guanacos, wobei letztere dem Auto doch das ein oder andere Mal ein bisschen zu nah kommen und für Unwissende wie uns sehr nach Lama aussehen. Bald tauchen auch die ersten Lagunas auf. Deren Wasser ist so unglaublich blau, dass ich erst dachte, das hätte was mit meiner Sonnenbrille zu tun.</p>

<p>Nach knapp drei Stunden fahrt kommen wir in Puerto Natales an. Elsa hat wohl das schönste AirBnB gefunden, in dem ich je war. Es ist, wie hier typisch eine einfache Holzkonstruktion mit Wellblechdach. Auf einer Anhöhe gelegen hat man einen tollen Ausblick über das, was bald Pazifischer Ozean wird.</p>

<p><img src="/assets/images/ausblick_airbnb.jpeg" alt="Doppelter Regenbogen" class="img-left" />
<em class="caption-left">Doppelter Regenbogen</em></p>

<h2 id="torres-del-paine--cuernos">Torres del Paine – Cuernos</h2>
<p>Tags drauf geht es schon früh los in den Nationalpark. Zwar sind wir noch echt müde vom Vortag, dafür werden wir aber mit einem tollen Sonnenaufgang belohnt</p>

<p><img src="/assets/images/sonnenaufgang1.jpeg" alt="Sonnenaufgang" class="img-right" />
<em class="caption-right">Fetter Sonnenaufgang</em></p>

<p>Je näher wir dem Nationalpark kommen, desto langsamer werden wir. Denn an jeder Ecke gibt es jetzt einen kleinen Parkplatz an dem man rechts ranfahren muss, um sich die tolle Landschaft anzuschauen.</p>

<p>Eigentlich wollten wir eine Bootsfahrt machen, mit 30$ pro Fahrt ist uns das aber doch irgendwie zu teuer. Deswegen wandern wir zu einem Aussichtspunkt, von dem man einen wunderbaren Ausblick auf die Cuernos del Paine, also die Hörner hat. Der Weg führt uns vorbei an tollen Bergseen, seichten Hügeln und sogar einem wunderbar blauen Wasserfall.</p>

<p><img src="/assets/images/wasserfall1.jpeg" alt="Wasserfall" class="img-hero" />
<img src="/assets/images/cuernos.jpeg" alt="Wasserfall" class="img-hero" /></p>

<p><img src="/assets/images/schokomilch1.jpeg" alt="scenic schokomilch" class="img-right" />
<em class="caption-right">scenic schokomilch</em></p>

<p>Nach der Wanderung trinken wir einen Patagonia-Blend Kaffee. Das ist sowas wie ein besserer Nescafé, aber trotzdem sehr gewöhnungsbedürftig.</p>

<p>Da der Tag noch nicht ganz zu Ende ist, fahren wir über einen anderen Weg zurück aus dem Park. Da hat man zwar eine super Aussicht, die Straße ist aber eigentlich nur eine Schotterpiste. Dass das unser PS-Wunder nicht so gut findet, teilt es uns laut mit. Vor allem das Wackeln der Spiegel hört man durch die geschlossenen Fenster.</p>

<p>Ein paar Tramper haben das Pech an uns zu geraten, wir nehmen sie zwar mit nach Puerto Natales, dafür haben beide jetzt wohl ziemlich sicher eine Steißbeinprellung.</p>

<h2 id="torres-del-paine">Torres Del Paine</h2>
<p>Wir stehen noch früher auf, heute geht es auf zu den Torres Del Paine, also das, wieso der Nationalpark so heißt. Das sind diese drei Granittürme am Fuße eines superblauen Bergsees.</p>

<p>Auf dem Weg dahin überfährt Elsa erstmal fast einen Hasen, jetzt sind wir wenigstens sehr wach. Den Blutspuren zur Folge werden hier wohl täglich dutzende Tiere überfahren, vor allem bei Dämmerung. Man sieht die Blutspuren, die sich über die Fahrbahn ziehen. Die Kadaver werden aber von Aasvögeln brav von der Fahrbahn geschleift.</p>

<p>Im Park angekommen merken wir, dass wir mindestens eine halbe Stunde zu spät sind. Es sind schon zu viele geführte Touren unterwegs. Ein solcher Tross besteht aus so ca 12 Tourist:innen mit zwei über Funk verbundene (wofür auch immer man das braucht) Guides. Diese Trosse gehen als eine Art Einheit und es mutet schon fast militärisch an, weil alle auch die gleichen Wanderstöcke haben. Diese Stoßtrupps sind besonders schwer zu überholen, deswegen geben wir unser bestes und stürmen den ersten Abschnitt hoch und schaffen es, die meisten Gruppen zu überholen.</p>

<p>Die Wanderung ist sehr einfach, das gefährlichste sind wahrscheinlich entgegenkommende Wander:innen und solche, die einfach plötzlich stehen bleiben. Oben sollte man auf jeden Fall ein bisschen trittsicher sein, aber wir werden auch von Leuten in Converse überholt.</p>

<p>Insgesamt scheinen diese geführten Touren vor allem großer Hoax zu sein. Also wer sich auf dieser Tour verirrt, findet wohl auch den Weg von Klo zu Küche nicht.</p>

<p><img src="/assets/images/wanderung1.jpeg" alt="Gute Aussicht" class="img-left" /></p>

<p>Der Aufstieg ist aber sehr schön, es gibt verschiedene Abschnitte. Der erste Abschnitt ist eine Art Spaziergang an den Fuß des Gebirges, dann geht es seicht die Hügel hoch, dieser geht dann an einem Fluß vorbei in einen Wald über. Hier ist es vor allem windstill und es gibt ein kleines Refugio, an dem man seine Wasserreserven auffüllen kann. Und was aus diesem Wasserhahn kommt, muss das beste Wasser sein, was man in Chile kriegen kann. Einfach nicht gechlortes Wasser, arschkalt und richtig lecker. Echtes Highlight.</p>

<p><img src="/assets/images/wasserhahn.jpeg" alt="Unscheinbar, aber scheppert" class="img-right" />
<em class="caption-right">Unscheinbar, aber scheppert</em></p>

<p>Jetzt wird der Weg schmaler und wir langsamer, weil man sich über große Steinstufen bewegen muss. Wir lassen den Wald hinter uns und erreichen bald darauf den letzten Abschnitt. Natürlich zieht es sich jetzt gerade zu und es schneit sogar ein bisschen. Von den Torres lassen sich also nur noch die Spitzen erahnen. Oben machen wir die obligatorischen Fotos, essen unser   Brot und dann geht es auch schon wieder runter.</p>

<p><img src="/assets/images/torres.jpeg" alt="Ladezeit" class="img-hero" />
<em class="caption-hero">Wenn ich zu Hause bin komprimiere ich die Bilder, keine Sorge!</em></p>

<h2 id="letzte-zwei-tage">Letzte zwei Tage</h2>
<p>Die letzen zwei Tage in Patagonien gehen dann doch sehr schnell. Am Tag nach der großen Wanderung haben wir uns eigentlich nur eine kleine Besteigung des Hausbergs von Puerto Natales, <em>Cerro Dorotea</em>, vorgenommen. Der Aufstieg entpuppt sich aber als anspruchsvoller als gedacht, dafür werden wir aber mit einer tollen Aussicht über Puerto Natales belohnt.</p>

<p><img src="/assets/images/cerro_doro.jpeg" alt="Aussicht auf Puerto Natales" class="img-left" /></p>

<p>Leider müssen wir uns auch von unserem AirBnB verabschieden und in eine kleine Hütte auf einer Pferdezucht (oder sowas) ziehen. Zwar ist die Hütte nicht so schön wie die vorherige Unterkunft, dafür haben wir aber auch einen tollen Blick – und einen Ofen, der uns wärmt.</p>

<p><img src="/assets/images/aussicht_airbnb.jpeg" alt="So schläft man gleich viel besser" class="img-left" />
<em class="caption-left">So schläft man gleich viel besser</em></p>

<p>Es gibt, wie auch die Tage zuvor, Completos. Irgendwie passen die Anzahl an Hotdog-Brötchen und die Anzahl an Würstchen, die man kaufen kann, nie so ganz zusammen.</p>

<p><img src="/assets/images/completo2.jpeg" alt="Stilecht werden die Brötchen weich gedampft" class="img-left" />
<em class="caption-left">Stilecht werden die Brötchen weich gedampft</em></p>

<p>An unserem letzten echten tag in Puerto Natales haben wir uns nochmal einiges vorgenommen. Morgens geht es erstmal zu einem Specialty Coffee Laden. Ein Amerikaner schreibt in einer Bewertung: „Best Flat White I had in Chile“, was entweder alles oder nichts bedeuten kann.</p>

<p><img src="/assets/images/kniffelig1.jpeg" alt="Ganz schön Kniffelig" class="img-right" />
<em class="caption-right">Ganz schön Kniffelig</em></p>

<p>Danach streifen wir noch ein bisschen durch den Ort und merken dass Sonntag ist, und viele Geschäfte geschloßen haben (Anfängerfehler für Deutsche, ik).</p>

<p>Nachmittags steigen wir dann auf ein ganz schön hohes Ross. Wir machen einen Ausritt am Lago Sofia. Der Ausritt ist wirklich toll und man hat von den umgebenden Hügeln einen tollen Blick auf den See.</p>

<p><img src="/assets/images/ohren.jpeg" alt="süß" class="img-hero" /></p>

<p>Elsas Pferd versucht auch nur einmal sie loszuwerden, indem es sich einfach plötzlich hinlegt. Danach haben wir noch mehr Muskelkater und fallen glücklich ins Bett.</p>

<p><img src="/assets/images/katze2.jpeg" alt="Ziemlich staubig dieser Raststellen-Mitarbeiter" class="img-right" />
<em class="caption-right">Ziemlich staubig, dieser Raststellen-Mitarbeiter</em></p>

<p>Tags drauf geht es dann auch schon zurück nach Punta Arenas wo wir nachts in den Flieger Richtung Calama steigen. Auf dem Rückweg treffen wir noch eine schöne Katze, die es auf Elsas Empanada abgesehen hat und trennen uns dann auch schon von unserem Mietwagen. Abends genießen wir dann noch die Aussicht auf Punta Arenas und dann heißt es auch schon Abschied nehmen.</p>

<p><img src="/assets/images/punta_arenas.jpeg" alt="Aussicht auf Punta Arenas" class="img-left" />
<em class="caption-left">Aussicht auf Punta Arenas</em></p>]]></content><author><name></name></author><category term="travel" /><summary type="html"><![CDATA[Nach einer schlaflosen Nacht am Flughafen Santiago de Chile und ewiger Verspätung wegen defekter Klimaanlage landen wir endlich in Punta Arenas.]]></summary></entry><entry><title type="html">Talca</title><link href="/travel/2026/03/10/talca.html" rel="alternate" type="text/html" title="Talca" /><published>2026-03-10T00:00:00+00:00</published><updated>2026-03-10T00:00:00+00:00</updated><id>/travel/2026/03/10/talca</id><content type="html" xml:base="/travel/2026/03/10/talca.html"><![CDATA[<p>Morgens aufwachen und die ersten Sonnenstrahlen über die Anden kriechen zu sehen, war auf jeden Fall schon mal ein gutes Omen für den Rest der Reise.</p>

<p><img src="/assets/images/anden.jpeg" alt="Noch mit Zuckerwatte bedeckte Anden" class="img-right" />
<em class="caption-right">Noch mit Zuckerwatte bedeckte Anden (Hoffentlich sind die das überhaupt haha)</em></p>

<p>Elsa holt mich (zum Glück) vom Flughafen in Santiago de Chile ab. Mit einem selbstgemalten Schild und einem breiten Grinsen steht sie vor dem Ausgang. Aber erst einmal muss ich mich aus meinem 3-Schicht Zwiebellook-befreien, der mich im Flugzeug warm gehalten hat. In Santiago sind es nämlich rund 30°C. Und ich bin sehr froh, dass sie da ist mit meinem Duolingo101 Spanisch hätte ich es wahrscheinlich nichtmal bis zum Busbahnhof geschafft und wäre statt in Talca, wohl in Kalkar, NRW gelandet.</p>

<p>In Chile besteht ein Großteil des öffentlichen Nahverkehrs aus Bussen. Es gibt kleine Busse (migros), geteilte Taxen (collectivos) und dann noch sowas wie das, was wir als FlixBus kennen. Aber diese Busse haben es in sich. Unser Bus nach Talca (da wo Elsas Gastfamilie wohnt) ist so, wie ich mir am Tag zuvor die Business-Class im Flieger vorgestellt habe. Mit bequemen Ledersitzen, Fußstützen und Panorama-Fenster ganz oben vorne.</p>

<p><img src="/assets/images/Bus1.jpeg" alt="So lässt es sich reisen" class="img-left" />
<em class="caption-left">So lässt es sich reisen – FlixBus could never)</em></p>

<p>In Talca angekommen, geht es auch direkt schon mit dem Essen los. Es gibt <em>pollo y cerdo a lo pobre</em>, Fleisch mit Pommes und Spiegelei. Abends kommen Verwandte zu Besuch und es gibt eine <em>disco</em>, eine Art Paella. Es wird Pisco-Sour und Piscola, getrunken. Pisco ist ein Traubenschnaps und chilenisches Nationalgetränk.</p>

<p><img src="/assets/images/disco.jpeg" alt="Super Wetter – Super Essen" class="img-left" />
<em class="caption-left">Super Wetter – Super Essen</em></p>

<p>Elsa lernt von einer Tante wie man <em>Churrascas</em> backt, eine Art Fladenbrot, das auf dem Grill gebacken wird. Parallel dazu muss sie aber auch noch alles für mich übersetzen, was mit zehn Leuten eine ziemliche Mammutaufgabe ist. Bald ist es nicht Elsa die aufgibt, sondern mein noch auf deutsche Bettgehzeit getrimmtes Hirn.</p>

<p><img src="/assets/images/brot.jpeg" alt="Churrascas auf dem Grill" class="img-right" /></p>

<p>Am nächsten Tag geht es erstmal auf einen Markt. In einer großen Markthalle reihen sich Stand an Stand. Und überall: Katzen. Katzen in Regalen, auf Zwiebelsäcken, in der Auslage oder unter dem Fischstand, um ein paar Reste zu ergattern. Sogar auf dem Netz, das unter der Decke der Markthalle gespannt ist, entspannen sich einige Katzen.s</p>

<p><img src="/assets/images/markt1.jpeg" alt="Miau" class="img-left" />
<em class="caption-left">Samtpfote im Angebot</em></p>

<p><img src="/assets/images/markt2.jpeg" alt="Miau" class="img-right" /></p>

<p>Am Nachmittag sind wir dann noch Richtung Vilches gefahren, einen kleinen Ort in den Vor-Anden, ca 70km östlich von Talca entfernt. Dort sind wir an einem kleinen Wasserfall schwimmen gewesen. Bei 30°C eine willkommene Abwechslung.</p>

<p><img src="/assets/images/vilches.jpeg" alt="Willkommene Abwechslung" class="img-right" /></p>

<p>Abends hat Elsas Gastvater uns dann noch auf den Cerro La Virgen (dt. Hügel der Jungfrau) gefahren, der höchste Punkt in Talca, von dem man einen super Blick über die wirklich sehr beeindruckende Stadt hat. Dadurch, dass ein Großteil der Bevölkerung in Einfamilienhäusern oder Doppelhaushälften zu wohnen scheint, wirkt die Stadt viel größer als vergleichbar große Städte in Deutschland.</p>

<p><img src="/assets/images/talca_nacht2.jpeg" alt="Blick über Talca" class="img-right" />
<img src="/assets/images/talca_nacht1.jpeg" alt="Marienstatue" class="img-left" /></p>

<p>Tags drauf wurde natürlich noch Completo gegessen, die chilenische Variante eines Hotdogs, bestehend aus einem weichen Hotdogbrot, Wiener Würstchen, Avocado, Tomaten und Mayonnaise.</p>

<p><img src="/assets/images/completo.jpeg" alt="Leider nur noch halb, dafür aber Stilecht in Completo-Halter" class="img-left" />
<em class="caption-left">Leider nur noch halb, dafür aber Stilecht in Completo-Halter</em></p>

<p>Am letzten Tag wurde nochmal alles gegeben. Morgens waren wir mit Elsas Gastbruder Tennis spielen, danach sind wir durch die brütende Hitze ins Stadtzentrum gelaufen, wo wir uns mit einer  Freundin mit Elsa getroffen, die mit ihr gemeinsam vor sechs Jahren in Talca war, und zufällig auch in Talca war. Es gibt Humitas, Empanadas, und Hühncheneintopf mit Erbsen. Humitas sind in Maisblätter gehüllte Päckchen aus geriebenem Mais und Zwiebeln, die in Wasser gekocht werden. Dazu gibt es meist entweder Zucker oder Tomatensalat. Wirklich sehr sehr lecker.</p>

<p><img src="/assets/images/humita.jpeg" alt="Humita" class="img-left" /></p>

<p>Danach spazieren wir noch ein bisschen durch die Stadt, trinken Kaffee am Plaza des Armas, einem der Hautplätze in Talca, und schauen uns das Stadtzentrum an, bevor wir Elsas Gastmutter von der Arbeit abholen. Zuhause beginnt dann ein tränenreicher Abschied, bevor wir uns in den Bus nach Santiago schwingen, um auf unseren Flug nach Punta Arenas zu warten.</p>]]></content><author><name></name></author><category term="travel" /><summary type="html"><![CDATA[Morgens aufwachen und die ersten Sonnenstrahlen über die Anden kriechen zu sehen, war auf jeden Fall schon mal ein gutes Omen für den Rest der Reise.]]></summary></entry><entry><title type="html">500ml Wasser pro ChatGPT-Mail?</title><link href="/article/2026/03/04/500ml-wasser-pro-chatgpt-email.html" rel="alternate" type="text/html" title="500ml Wasser pro ChatGPT-Mail?" /><published>2026-03-04T00:00:00+00:00</published><updated>2026-03-04T00:00:00+00:00</updated><id>/article/2026/03/04/500ml-wasser-pro-chatgpt-email</id><content type="html" xml:base="/article/2026/03/04/500ml-wasser-pro-chatgpt-email.html"><![CDATA[<p><em>Dieser Artikel erschien zuerst in der <a href="https://akduell.org/so-viel-wasser-kostet-dein-chatgpt-prompt/">ak[due]ll</a>.</em></p>

<p>Im September 2024 sorgte ein Beitrag der Washington Post zusammen mit der University of California Riverside für Aufsehen: Einer Studie zufolge verbrauche das Generieren einer E-Mail mit GPT-4 519 ml Wasser. Und genau diese Studie hat unseren Diskurs maßgeblich geprägt, denn: KI-Guilt-Tripping scheint zum Volkssport zu avancieren. Die Studie scheint aus dem Kontext gerissen. Zum einen stammen die Zahlen aus einer Ende 2023 veröffentlichten Studie, die sich auf GPT-3 (einem Vorläufer von ChatGPT) konzentriert hat. Und zum anderen schätzt die Studie, dass ChatGPT diese „bottle of water” für ca. 10–50 mittellange Antworten verbraucht, abhängig von Standort und Uhrzeit der Anfrage. Wer schonmal eine E-Mail mit ChatGPT generieren lassen hat weiß: zwischen 10 und 50 Anfragen ist ein großer Unterschied.</p>

<p>Seit 2023 ist viel passiert, Schätzungen sind genauer geworden, die Studienlage besser und das entzerrt das Bild. Einer Berechnung von Google zufolge verbraucht ein Prompt (also eine Anfrage an ein KI-Modell) rund 0,26 ml Wasser. In dieser Angabe fehlt aber noch der Wasserverbrauch für die Stromerzeugung. Wenn man diesen addiert, landen Expert:innen bei rund 2 ml Wasser pro Anfrage. Der amerikanische Blogger und Physiklehrer Andy Masley hat sich mit diesen Zahlen beschäftigt und sie mit dem durchschnittlichen Wasserverbrauch von US-Bürger:innen in Kontext gesetzt.</p>

<p>Für ein Paar Doc-Martens (oder andere Lederschuhe) könnte man ca. vier Millionen Prompts schreiben. Für die Herstellung eines einzigen Blatt Papiers wird Schätzungen zufolge Wasser äquivalent zu 2.550 Prompts verbraucht. Und wer den geplanten USA-Trip cancelt? Der spart mit dem Flug Emissionen, die 10 Millionen ChatGPT-Prompts entsprechen. In Deutschland sehen die Zahlen wahrscheinlich ein bisschen anders aus. Der Wasserverbrauch deutscher Haushalte ist geringer als der von US-Haushalten und der Anteil an erneuerbaren Energien ist im deutschen Strommix höher. Aber: Trotzdem ist der Wasser- bzw. Energieverbrauch der individuellen Nutzung von KI-Modellen vernachlässigbar. Denn alles, was mit Technologie zu tun hat, verbraucht Strom und Wasser.</p>

<p>Bezogen auf den CO₂-Ausstoß sieht der individuelle Impact ähnlich aus: 35 Sekunden Videostreaming entsprechen ungefähr dem CO₂-Äquivalent eines ChatGPT-Prompts. Wer 9 Bilder auf Instagram postet, verbraucht ungefähr den gleichen Strom. Wer also argumentiert, man solle ChatGPT und Co. nicht aus hedonistischen Gründen (z. B. das Erstellen von witzigen Bildern von Freund:innen) verwenden, müsste folgerichtig auch Netflix-Streaming nur rein beruflich betreiben und den monatlichen Insta-Dump lieber bleiben lassen, ganz zu schweigen vom ganzen Doom-Scrolling.</p>

<p>Dieses ganze Zahlengeschubse zeigt vor allem eines: Der individuelle Einfluss auf den CO₂-Verbrauch ist geringer, als man uns gerne glauben lässt. Viel wichtiger sind strukturelle Faktoren wie etwa der Energiemix, mit dem Rechenzentren betrieben werden oder wie ressourceneffizient Modelle trainiert werden. Auch sollte man die Schätzungen nicht für uneingeschränkt zuverlässig halten: Berechnungen über den virtuellen Wasserverbrauch sind aufgrund der globalen Verteilung des Verbrauchs nur schwer zu bemessen und viele Zahlen beruhen auf Modellen mit großen Unsicherheitsbereichen.</p>

<p>Das mit dem KI-Wasser-Fußabdruck mag dem einen oder der anderen seltsam bekannt vorkommen. Das individuelle Klima-Schlechte-Gewissen, das gerade auf KI-Nutzung projiziert wird, erinnert stark an die BP-CO₂-Fußabdruck PR-Kampagne. 2004 veröffentlichte die Erdölfirma BP den ersten CO₂-Fußabdruck-Rechner für Privathaushalte. Heutzutage würde man das wohl als „Gaslighting” (pun intended) wie aus dem Lehrbuch bezeichnen. Auch bei der Frage nach dem individuellen Einfluss von KI muss man sich die Frage stellen, ob hier nicht KI-Firmen von ihrem eigenen ökologischen und sozialen Einfluss ablenken wollen.</p>

<p>Ein Beispiel hierfür liefert Elon Musks KI-Unternehmen xAI. Für ein Rechenzentrum in South Memphis, Tennessee, betrieb xAI nach Recherchen des Southern Environmental Law Center 35 Methangasturbinen – zunächst ohne jegliche Genehmigung, obwohl diese Turbinen gesundheitsschädliche Schadstoffe wie Formaldehyd und Ozonvorläufer emittieren. Während noch öffentliche Anhörungen über eine rückwirkende Genehmigung liefen, plante xAI laut internen Dokumenten bereits für ein zweites Rechenzentrum im selben Stadtteil zwischen 40 und 90 weitere Turbinen. South Memphis ist ein mehrheitlich schwarzes, ohnehin schon durch Industrieemissionen stark belastetes Viertel mit einem vierfach erhöhten Krebsrisiko gegenüber dem amerikanischen Durchschnitt.</p>

<h2 id="intransparenz-und-standortfragen">Intransparenz und Standortfragen</h2>

<p>Fast alle großen KI-Modelle wie GPT, Claude, Gemini und Co. werden in den USA trainiert. Transparenz über den Energieverbrauch des Trainings ist freiwillig und hier wird wohl oft einiges schöngeredet. Während Meta mit seinen Llama-Modellen detaillierte Energiedaten in sogenannten „Model Cards” veröffentlicht, behandeln OpenAI und Anthropic ihre Verbrauchsdaten als Geschäftsgeheimnis. Google legte zwar 2025 erstmals Inferenz-Zahlen (also was das Bereitstellen der Modelle kostet) für sein Gemini-Modell offen, doch Kritiker:innen bemängeln, dass der absolute Wasserverbrauch trotz sinkender Pro-Anfrage-Werte durch die schiere Skalierung gestiegen ist. Googles Treibhausgasemissionen lagen 2023 48 Prozent über dem Niveau von 2019 – womöglich ausgelöst durch den Ausbau der KI-Infrastruktur.</p>

<p>Vor allem der Standort der Rechenzentren macht einen großen Unterschied. Eine 2022 veröffentlichte Studie (<em>Measuring the Carbon Intensity of AI in Cloud Instances</em>) zeigt, dass allein die Wahl des Standorts die CO₂-Emissionen eines KI-Trainings um das 3- bis 4-fache verändern kann. KI-Trainings in Deutschland und den USA emittieren beispielsweise fast zweieinhalb Mal so viel CO₂ wie ein äquivalentes Training in Frankreich, dessen Stromnetz aufgrund von Atomkraft besonders kohlenstoffarm ist. Das bedeutet: Nicht nur wie viel Energie ein Modell verbraucht, sondern auch wo es trainiert wird, ist klimapolitisch entscheidend.</p>

<h2 id="fazit">Fazit</h2>

<p>Also: Wer sich Rezeptideen von Claude oder Grammatikhilfe von ChatGPT holt, muss sich kein schlechtes Gewissen machen. Die individuelle Nutzung von KI-Chatbots scheint klimapolitisch marginal und verirrt sich wahrscheinlich in der statistischen Streuung des täglichen Verbrauchs, irgendwo zwischen Wasserkocher und Insta-Scrolling. Das bedeutet aber nicht, dass KI und Klima kein Thema sind. Der wachsende Energiebedarf von Rechenzentren ist real: Die mangelnde Transparenz der großen Anbieter ist ein Problem und die Frage, wer die Kosten des KI-Booms trägt – ob steigende Strompreise für Haushalte oder Wasserressourcen in wasserarmen Regionen – ist berechtigt. Selbst in Wasserland Deutschland gibt es schon Wasserknappheit im Sommer. Die Antworten auf diese Fragen liegen aber in der Regulierung und Offenlegungspflichten, nicht im individuellen Verzicht auf den nächsten Prompt.</p>

<p>Und vielleicht sollte sich der Diskurs über KI ohnehin nicht nur auf Umweltfragen beschränken. Es gibt bereits Anzeichen, dass KI vor allem Berufseinsteiger:innen das Leben schwer macht (die ak[due]ll berichtete), und Studien zeigen, dass KI zwar die kurzfristige Performance von Schüler:innen erhöht, das aber nicht in Korrelation zu echten Lerneffekten steht. Dass ChatGPT oft der „Easy Way Out” ist, um weniger Paper lesen zu müssen oder das Hausarbeit-Wording einfacher zu gestalten, der Lerneffekt dabei aber gering ist – das wissen wir Studis wohl aus eigener Erfahrung.</p>]]></content><author><name></name></author><category term="article" /><summary type="html"><![CDATA[Dieser Artikel erschien zuerst in der ak[due]ll.]]></summary></entry><entry><title type="html">Notes on Writing from an iPad</title><link href="/template/2026/02/10/notes-on-writing-from-an-ipad.html" rel="alternate" type="text/html" title="Notes on Writing from an iPad" /><published>2026-02-10T00:00:00+00:00</published><updated>2026-02-10T00:00:00+00:00</updated><id>/template/2026/02/10/notes-on-writing-from-an-ipad</id><content type="html" xml:base="/template/2026/02/10/notes-on-writing-from-an-ipad.html"><![CDATA[<p>I’ve been writing almost exclusively on an iPad for about six months now. A few observations. Hahahah what the füück.</p>

<p><strong>The good:</strong> Portability is obvious, but the real advantage is focus. One app fills the screen. No tabs, no notifications badge in the corner of your eye, no temptation to “quickly check” something. The constraint is the feature.</p>

<p><strong>The less good:</strong> File management is still awkward. Working Copy handles Git well enough, but the iOS Files app remains confusing whenever you need files from two different apps to talk to each other. Shortcuts can automate some of this, but building a Shortcut takes longer than just doing the thing manually.</p>

<p><strong>The keyboard:</strong> Apple’s Magic Keyboard is fine. Not great for lap use — too top-heavy — but at a table it works. I miss the function row more than I expected. Specifically, I miss having a dhedicated Escape key, which matters if you use Vim keybindings in any of your writing apps.</p>

<p><strong>For this site:</strong> The entire Jekyll workflow runs from the iPad. I edit Markdown in iA Writer, commit via Working Copy, and GitHub Pages builds the site. The <code class="language-plaintext highlighter-rouge">no-style-please</code> theme helps too — everything is controlled through front matter and Kramdown classes, so there’s no need to touch HTML. Yeeeees</p>

<p>Would I go back to a laptop? Sometimes. For image editing, for anything involving a spreadsheet, for video calls where I need to share my screen and reference notes simultaneously. But for writing — writing specifically — the iPad is better.</p>]]></content><author><name></name></author><category term="template" /><summary type="html"><![CDATA[I’ve been writing almost exclusively on an iPad for about six months now. A few observations. Hahahah what the füück.]]></summary></entry><entry><title type="html">Tbilisi in November</title><link href="/template/2026/01/15/tbilisi-in-november.html" rel="alternate" type="text/html" title="Tbilisi in November" /><published>2026-01-15T00:00:00+00:00</published><updated>2026-01-15T00:00:00+00:00</updated><id>/template/2026/01/15/tbilisi-in-november</id><content type="html" xml:base="/template/2026/01/15/tbilisi-in-november.html"><![CDATA[<p>The flight from Vienna touches down just after midnight. Outside the airport the air is sharp and smells faintly of wood smoke. A taxi — a battered Opel with no seatbelts — rattles into the city along a highway lined with half-finished apartment blocks and Soviet-era billboards repurposed for mobile phone ads.</p>

<p><img src="/assets/images/example.jpg" alt="Old town rooftops from the Narikala fortress" class="img-right" />
<em class="caption-right">Morning light over Betlemi Street</em></p>

<p>By morning the city looks entirely different. From the balcony of a guesthouse on Betlemi Street the old town unfolds in layers: crooked wooden houses with carved balconies lean against each other, their corrugated iron roofs rusting in shades of brown and orange. Below, a church bell rings in no discernible pattern.</p>

<h2 id="the-sulfur-baths">The Sulfur Baths</h2>

<p>The baths sit in a low valley at the eastern edge of the old town. You can smell them before you see them — the rotten-egg scent of sulfur drifts up the cobblestone streets. The domed brick buildings look almost Ottoman. Inside, the water is hot enough to make you gasp, and the masseuse — a large woman who speaks no English — scrubs your skin with a rough cloth until it turns pink.</p>

<p>Afterward, drinking tea in the cool anteroom, everything feels slower. This is the pace Tbilisi runs on.</p>

<h2 id="dry-bridge-market">Dry Bridge Market</h2>

<p><img src="/assets/images/example.jpg" alt="Vendors at Dry Bridge Market" class="img-left" />
<em class="caption-left">Dry Bridge Market, Saturday morning</em></p>

<p>On Saturday morning, the Dry Bridge Market sprawls across a park near the river. Soviet medals, oil paintings, chipped enamel pots, broken cameras, hand-knitted socks — everything is laid out on blankets or hung from tree branches. An old man sells nothing but doorknobs. Another has a table of antique dental instruments.</p>

<p>The trick is to go early, before the tourist buses arrive. By noon the prices double and the interesting sellers have packed up.</p>

<h2 id="notes-to-self">Notes to Self</h2>

<p>A few practical things worth recording: pay in <code class="language-plaintext hl-green highlighter-rouge">lari</code>, not euros. The <code class="language-plaintext hl-blue highlighter-rouge">Bolt</code> app works everywhere. Don’t take a taxi from the airport without agreeing on a price — <code class="language-plaintext hl-warm highlighter-rouge">40 GEL</code> to the centre is fair, anything above <code class="language-plaintext hl-pink highlighter-rouge">60 GEL</code> means you’re being taken for a ride in both senses.</p>

<div class="language-bash code-warm highlighter-rouge"><div class="highlight"><pre class="highlight"><code><span class="c"># Currency exchange</span>
<span class="c"># 1 EUR ≈ 2.95 GEL (Nov 2025)</span>
<span class="c"># ATMs dispense lari; Visa widely accepted in centre</span>

<span class="c"># Getting around</span>
<span class="c"># Bolt works everywhere</span>
<span class="c"># Metro is 1 GEL per ride, buy a Metromoney card</span>
</code></pre></div></div>

<blockquote>
  <p>“Tbilisi is a city that hasn’t decided what it wants to be. That’s what makes it interesting.” — A bartender on Leselidze Street</p>
</blockquote>

<hr />

<h2 id="leaving">Leaving</h2>

<p><img src="/assets/images/example.jpg" alt="The Mtkvari river at dawn from Narikala fortress" class="img-hero" />
<em class="caption-hero">The city at first light</em></p>

<p>On the last morning I walk up to the Narikala fortress at dawn. The city is still asleep. A few stray dogs follow me up the path, then lose interest. From the top, the Mtkvari river catches the first light, and for a moment the whole city looks golden.</p>

<p>I’ll come back. There’s a monastery two hours north that a taxi driver told me about, and the wine region to the east, and a night train to Batumi on the Black Sea coast. Three days is enough to know you need more.</p>]]></content><author><name></name></author><category term="template" /><summary type="html"><![CDATA[The flight from Vienna touches down just after midnight. Outside the airport the air is sharp and smells faintly of wood smoke. A taxi — a battered Opel with no seatbelts — rattles into the city along a highway lined with half-finished apartment blocks and Soviet-era billboards repurposed for mobile phone ads.]]></summary></entry><entry><title type="html">Slow Journalism and Digital Tools</title><link href="/template/2025/11/03/slow-journalism-and-digital-tools.html" rel="alternate" type="text/html" title="Slow Journalism and Digital Tools" /><published>2025-11-03T00:00:00+00:00</published><updated>2025-11-03T00:00:00+00:00</updated><id>/template/2025/11/03/slow-journalism-and-digital-tools</id><content type="html" xml:base="/template/2025/11/03/slow-journalism-and-digital-tools.html"><![CDATA[<p>The phrase “slow journalism” entered the lexicon around 2007, borrowed from the slow food movement’s insistence that quality requires time. A decade and a half later, the tension it names — between the pressure to publish fast and the desire to report deep — has only intensified.</p>

<p>This piece examines three digital tools that claim to support long-form, research-heavy reporting, and asks whether they actually change the pace of the work or merely optimise the existing rush.</p>

<h2 id="the-promise-of-structured-note-taking">The Promise of Structured Note-Taking</h2>

<p>Tools like <code class="language-plaintext hl-blue highlighter-rouge">Obsidian</code> and <code class="language-plaintext hl-blue highlighter-rouge">Logseq</code> offer networked note-taking: every fragment of research can be linked to every other fragment, building a personal knowledge graph over months or years of reporting.</p>

<p>In theory, this supports slow journalism. A reporter covering, say, environmental policy in the Danube basin could accumulate hundreds of linked notes — interview transcripts, policy documents, scientific papers, field observations — and surface unexpected connections between them.</p>

<p>In practice, the overhead is significant:</p>

<div class="language-python code-muted highlighter-rouge"><div class="highlight"><pre class="highlight"><code><span class="c1"># A simplified model of note-taking overhead
# Time per note: capture + tag + link
</span><span class="n">t_capture</span> <span class="o">=</span> <span class="mi">3</span>    <span class="c1"># minutes
</span><span class="n">t_tag</span> <span class="o">=</span> <span class="mi">1</span>        <span class="c1"># minutes
</span><span class="n">t_link</span> <span class="o">=</span> <span class="mi">2</span>       <span class="c1"># minutes, grows with graph size
</span><span class="n">t_total</span> <span class="o">=</span> <span class="n">t_capture</span> <span class="o">+</span> <span class="n">t_tag</span> <span class="o">+</span> <span class="n">t_link</span>  <span class="c1"># 6 min per note
</span>
<span class="c1"># 200 notes for a major investigation
</span><span class="n">total_hours</span> <span class="o">=</span> <span class="p">(</span><span class="mi">200</span> <span class="o">*</span> <span class="n">t_total</span><span class="p">)</span> <span class="o">/</span> <span class="mi">60</span>     <span class="c1"># ≈ 20 hours on metadata alone
</span></code></pre></div></div>

<p>Twenty hours is a full week’s overhead — and that assumes the linking is done consistently, which it rarely is.</p>

<h2 id="the-transcription-revolution">The Transcription Revolution</h2>

<p>Automated transcription has genuinely changed the workflow of interview-heavy reporting. Services like <code class="language-plaintext hl-green highlighter-rouge">Whisper</code> (open-source) and <code class="language-plaintext hl-green highlighter-rouge">Otter.ai</code> can transcribe an hour of audio in minutes, with accuracy rates above <code class="language-plaintext hl-warm highlighter-rouge">95%</code> for clear recordings in English.</p>

<p>But faster transcription does not mean faster understanding. A one-hour interview still needs to be read, re-read, annotated, and cross-referenced. The bottleneck was never the typing.</p>

<h2 id="version-control-for-text">Version Control for Text</h2>

<p>Some reporters have adopted <code class="language-plaintext hl-pink highlighter-rouge">Git</code> — originally a software tool — for managing drafts. The appeal is clear: every change is tracked, nothing is lost, and collaboration is built in.</p>

<div class="language-bash code-muted highlighter-rouge"><div class="highlight"><pre class="highlight"><code><span class="c"># A journalist's Git workflow</span>
git add draft-danube-investigation.md
git commit <span class="nt">-m</span> <span class="s2">"Added Hungarian minister's response, restructured section 3"</span>
git push origin main
</code></pre></div></div>

<p>The metaphor is appealing. But Git was designed for code, where changes are discrete and line-based. Prose is fluid. Moving a paragraph from page 2 to page 7 shows up as a deletion and an insertion, not a move. The tool’s mental model and the writer’s mental model diverge.</p>

<hr />

<h2 id="conclusion">Conclusion</h2>

<p>None of these tools are bad. Some are genuinely useful. But the bottleneck in slow journalism is not technological — it is economic. Deep reporting takes months. Months cost money. No note-taking app changes that equation.</p>

<p>The most useful digital tool for slow journalism may turn out to be the simplest: a reliable way to get paid for work that takes time.</p>]]></content><author><name></name></author><category term="template" /><summary type="html"><![CDATA[The phrase “slow journalism” entered the lexicon around 2007, borrowed from the slow food movement’s insistence that quality requires time. A decade and a half later, the tension it names — between the pressure to publish fast and the desire to report deep — has only intensified.]]></summary></entry><entry><title type="html">On the Word ‘Dispatch’</title><link href="/template/2025/09/22/on-the-word-dispatch.html" rel="alternate" type="text/html" title="On the Word ‘Dispatch’" /><published>2025-09-22T00:00:00+00:00</published><updated>2025-09-22T00:00:00+00:00</updated><id>/template/2025/09/22/on-the-word-dispatch</id><content type="html" xml:base="/template/2025/09/22/on-the-word-dispatch.html"><![CDATA[<p>I’ve started calling my travel pieces “dispatches” and I’m not entirely sure I’ve earned the word.</p>

<p>A dispatch implies urgency. It comes from the Spanish <em>despachar</em> — to send off quickly. War correspondents filed dispatches. Foreign correspondents, back when newspapers maintained foreign bureaus, sent dispatches by telex. The word carries the weight of someone reporting from a place where something is happening, to an audience that needs to know.</p>

<p>My pieces are about wandering through Tbilisi and eating too much bread.</p>

<p>And yet: the word persists. Travel writing has borrowed it freely — <em>Dispatches from the Edge</em>, <em>Dispatches from Pluto</em>, dispatches-from-wherever by every magazine that wants to sound literary. At some point the urgency drained out of the word and what remained was a posture: the writer as correspondent, the reader as someone waiting for news from elsewhere.</p>

<p>Maybe that’s fine. Maybe all genre labels are a little aspirational. A “dispatch” from Tbilisi is no more dishonest than calling a blog post an “essay” or a newsletter a “letter.” The form shapes the writing. If calling something a dispatch makes you pay more attention to place, to detail, to the texture of where you are — then the word is doing useful work, even if no one is waiting by the telex.</p>]]></content><author><name></name></author><category term="template" /><summary type="html"><![CDATA[I’ve started calling my travel pieces “dispatches” and I’m not entirely sure I’ve earned the word.]]></summary></entry></feed>