Talca

Morgens aufwachen und die ersten Sonnenstrahlen über die Anden kriechen zu sehen, war auf jeden Fall schon mal ein gutes Omen für den Rest der Reise.

Noch mit Zuckerwatte bedeckte Anden Noch mit Zuckerwatte bedeckte Anden (Hoffentlich sind die das überhaupt haha)

Elsa holt mich (zum Glück) vom Flughafen in Santiago de Chile ab. Mit einem selbstgemalten Schild und einem breiten Grinsen steht sie vor dem Ausgang. Aber erst einmal muss ich mich aus meinem 3-Schicht Zwiebellook-befreien, der mich im Flugzeug warm gehalten hat. In Santiago sind es nämlich rund 30°C. Und ich bin sehr froh, dass sie da ist mit meinem Duolingo101 Spanisch hätte ich es wahrscheinlich nichtmal bis zum Busbahnhof geschafft und wäre statt in Talca, wohl in Kalkar, NRW gelandet.

In Chile besteht ein Großteil des öffentlichen Nahverkehrs aus Bussen. Es gibt kleine Busse (migros), geteilte Taxen (collectivos) und dann noch sowas wie das, was wir als FlixBus kennen. Aber diese Busse haben es in sich. Unser Bus nach Talca (da wo Elsas Gastfamilie wohnt) ist so, wie ich mir am Tag zuvor die Business-Class im Flieger vorgestellt habe. Mit bequemen Ledersitzen, Fußstützen und Panorama-Fenster ganz oben vorne.

So lässt es sich reisen So lässt es sich reisen – FlixBus could never)

In Talca angekommen, geht es auch direkt schon mit dem Essen los. Es gibt pollo y cerdo a lo pobre, Fleisch mit Pommes und Spiegelei. Abends kommen Verwandte zu Besuch und es gibt eine disco, eine Art Paella. Es wird Pisco-Sour und Piscola, getrunken. Pisco ist ein Traubenschnaps und chilenisches Nationalgetränk.

Super Wetter – Super Essen Super Wetter – Super Essen

Elsa lernt von einer Tante wie man Churrascas backt, eine Art Fladenbrot, das auf dem Grill gebacken wird. Parallel dazu muss sie aber auch noch alles für mich übersetzen, was mit zehn Leuten eine ziemliche Mammutaufgabe ist. Bald ist es nicht Elsa die aufgibt, sondern mein noch auf deutsche Bettgehzeit getrimmtes Hirn.

Churrascas auf dem Grill

Am nächsten Tag geht es erstmal auf einen Markt. In einer großen Markthalle reihen sich Stand an Stand. Und überall: Katzen. Katzen in Regalen, auf Zwiebelsäcken, in der Auslage oder unter dem Fischstand, um ein paar Reste zu ergattern. Sogar auf dem Netz, das unter der Decke der Markthalle gespannt ist, entspannen sich einige Katzen.s

Miau Samtpfote im Angebot

Miau

Am Nachmittag sind wir dann noch Richtung Vilches gefahren, einen kleinen Ort in den Vor-Anden, ca 70km östlich von Talca entfernt. Dort sind wir an einem kleinen Wasserfall schwimmen gewesen. Bei 30°C eine willkommene Abwechslung.

Willkommene Abwechslung

Abends hat Elsas Gastvater uns dann noch auf den Cerro La Virgen (dt. Hügel der Jungfrau) gefahren, der höchste Punkt in Talca, von dem man einen super Blick über die wirklich sehr beeindruckende Stadt hat. Dadurch, dass ein Großteil der Bevölkerung in Einfamilienhäusern oder Doppelhaushälften zu wohnen scheint, wirkt die Stadt viel größer als vergleichbar große Städte in Deutschland.

Blick über Talca Marienstatue

Tags drauf wurde natürlich noch Completo gegessen, die chilenische Variante eines Hotdogs, bestehend aus einem weichen Hotdogbrot, Wiener Würstchen, Avocado, Tomaten und Mayonnaise.

Leider nur noch halb, dafür aber Stilecht in Completo-Halter Leider nur noch halb, dafür aber Stilecht in Completo-Halter

Am letzten Tag wurde nochmal alles gegeben. Morgens waren wir mit Elsas Gastbruder Tennis spielen, danach sind wir durch die brütende Hitze ins Stadtzentrum gelaufen, wo wir uns mit einer Freundin mit Elsa getroffen, die mit ihr gemeinsam vor sechs Jahren in Talca war, und zufällig auch in Talca war. Es gibt Humitas, Empanadas, und Hühncheneintopf mit Erbsen. Humitas sind in Maisblätter gehüllte Päckchen aus geriebenem Mais und Zwiebeln, die in Wasser gekocht werden. Dazu gibt es meist entweder Zucker oder Tomatensalat. Wirklich sehr sehr lecker.

Humita

Danach spazieren wir noch ein bisschen durch die Stadt, trinken Kaffee am Plaza des Armas, einem der Hautplätze in Talca, und schauen uns das Stadtzentrum an, bevor wir Elsas Gastmutter von der Arbeit abholen. Zuhause beginnt dann ein tränenreicher Abschied, bevor wir uns in den Bus nach Santiago schwingen, um auf unseren Flug nach Punta Arenas zu warten.